Liar Dice

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In der Würfeltasse befindet sich ein kleiner Schrim, sodass kein Spieler die Würfel seines Gegners sehen kann.
In der Würfeltasse befindet sich ein kleiner Schrim, sodass kein Spieler die Würfel seines Gegners sehen kann.

Liar Dice (dt. etwa: Lügen mit Würfeln, so auch der franz. Name Poker menteur) oder Verdecktes Würfelpoker ist ein vom Kartenspiel Poker inspiriertes Würfelspiel. In den USA ist Liar Dice das neben Craps und Chuck a Luck am häufigsten gespielte Würfelspiel.

Liar Dice zeichnet sich unter den verschiedenen Arten des Spiels mit Pokerwürfeln dadurch aus, dass es – so wie beim Karten-Poker – möglich ist, zu bluffen.

Inhaltsverzeichnis

Die Regeln

Liar Dice ist ein Spiel für zwei Personen. Jeder Spieler benötigt einen Würfelbecher und einen Satz von fünf Pokerwürfeln. Die beiden Spieler sitzen sich an einem Tisch gegenüber, auf diesem befindet sich ein kleiner Schirm, sodass kein Spieler die Würfel seines Gegners sehen kann - daher der Name „Verdecktes Würfelpoker“.

Zu Beginn einer Partie (Game) wirft jeder der beiden Spieler einen Würfel; der Spieler mit dem höheren Zeichen wird Caller und beginnt das erste Spiel (Deal). Er wirft seine fünf Würfel gegen den Schirm und nennt eine der folgenden Pokerkombinationen (Hands).

Die Kombinationen

Die Kombinationen lauten in absteigender Reihenfolge

  • Five of a kind, fünf Gleiche, z. B. fünf Zehner.
  • Four of a kind, vier Gleiche, z. B. vier Buben.
  • Full house, ein Drilling und ein Paar, z. B. drei Asse und zwei Damen.
  • High straight, die fünf aufeinander folgenden Werte A–K–D–B–10.
  • Low straight, die fünf aufeinander folgenden Werte K–D–B–10–9.
  • Three of a kind, drei Gleiche, z. B. drei Asse.
  • Two pairs, zweimal zwei Gleiche, z. B. zwei Buben und zwei Neuner; hier wird nach dem höchsten Paar gewertet.
  • One pair, zwei Gleiche, z. B. zwei Zehner.
  • Runt, keine Kombination, z. B. A–D–B–10–9.

Bei gleichartigen Kombinationen erfolgt die Reihung analog den Regeln des Poker-Spiels mit Karten; so schlagen z. B. „Drei Zehner, ein Ass und eine Dame“ eine Hand von „Drei Zehner, ein Ass und eine Neun“.

Der Caller braucht den Wurf nicht korrekt anzusagen, er muss aber eine genaue Ansage abgeben, also z. B. nicht einfach „Drei Gleiche“, sondern eben „Drei Zehner, ein Ass und eine Dame“.

Hat der Caller seinen Wurf angesagt, so ist sein Gegner an der Reihe; dieser hat zwei Möglichkeiten:

  • Er kann - falls er die Ansage bezweifelt - den Schirm hochheben und das Spiel beenden. Ist der Wurf von geringerem Wert als angesagt, so hat der Caller verloren, ist der Wurf korrekt angesagt oder von höherem Wert, so gewinnt der Caller.
  • Er kann die Ansage akzeptieren, seine eigenen Würfel gegen den Schirm werfen und nun selbst eine Kombination ansagen. Diese Ansage muss jedoch diejenige seines Gegners überbieten.

Sollte der Spieler mit seinem ersten Wurf nicht zufrieden sein, so darf er einen oder mehrere Würfel aufnehmen und nochmals werfen. Im Laufe eines Spieles darf ein Spieler jedoch höchstens drei Mal würfeln.

Wirft er beim ersten Wurf etwa nur One pair, so kann er z. B. drei Würfel aufnehmen, um zu versuchen, durch einen folgenden Wurf Three of a kind, Full house oder gar Four bzw. Five of a kind zu erhalten. Er kann aber auch einen Bluff riskieren und einen höheren Wert ansagen, ohne diesen Wert tatsächlich zu besitzen.

Nun ist wieder der Caller an der Reihe. Er kann die Ansage seines Gegners anzweifeln und den Schirm heben oder würfeln - er darf im Laufe dieses Spiels noch zwei Mal versuchen, seine Hand zu verbessern - und einen höheren Wurf ansagen.

Auf diese Weise setzt sich das Spiel solange fort, bis ein Spieler den Schirm aufhebt und das Spiel beendet. Ist der Wurf von geringerem Wert als angesagt, so gewinnt der Spieler, der den Schirm hochgehoben hat, andernfalls verliert er.

Wirft ein Spieler Five aces, so hebt er den Schirm, und sein Gegner darf mit den ihm eventuell noch erlaubten weiteren Würfen versuchen, ebenfalls fünf Asse zu erreichen. Gelingt ihm dies, so ist dieses Spiel unentschieden und wird wiederholt, andernfalls gewinnt der Spieler mit den fünf Assen.

Eine Partie setzt sich aus mehreren einzelnen Spielen zusammen. Der Gewinner eines Spieles ist Caller im folgenden Spiel.

Ein Spieler hat die Partie gewonnen, sobald er zwei (Best of three) oder drei (Best of five) einzelne Spiele gewonnen hat.

Liar Dice lässt sich auch als Turnier nach dem K.-o.-System spielen.

Ergänzungen

Liar Dice wird auch häufig mit Augenwürfeln gespielt, dabei zählt man in den USA vielfach die Eins (Ace) als höchsten Wert, also 1–6–5–4–3–2, ausgenommen bei den Straights, d. h. High straight ist 6–5–4–3–2 und Low straight ist 5–4–3–2–1.

Quellen

  • Albert H. Morehead, Richard L. Frey, Geoffrey Mott-Smith: The New Complete Hoyle Revised. Doubleday, New York 1991.
  • Albert H. Morehead, Geoffrey Mott-Smith: Hoyle’s Rules of Games. 2nd revised edition. A Signet Book, 1983.

Siehe auch

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